2011

Baum der Stadt Lichtenau ist zugleich Baum des Jahres 2011 von FREDERIK GRABBE (Bericht Neue Westfälische).

Lichtenau. Lange Zeit war die Elsbeere in Vergessenheit geraten. Den meisten Menschen wird der Name unbekannt sein. Dennoch, oder gerade deshalb, wurde die Elsbeere, der Baum der Stadt Lichtenau, vom Kuratorium Baum des Jahres und der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald zum Baum des Jahres gewählt. Anlass genug, um ein Exemplar bei einem kleinen Festakt in den Lichtenauer Park der Bäume zu pflanzen.
Die Elsbeere ist ein seltener Baum. Sie wächst auf weniger auf einem Prozent der Waldfläche in Deuschland. Der Waldbaum steht somit auf der roten Liste der bedrohten Baumarten. „Da müssen wir Förstern uns selbst auf die Schulter klopfen“, meint der Stadtförster Bernhard Beumling ironisch. „Wir haben früher die Elsbeere oft aus den Beständen entfernt weil wir sie als Jungbaum mit anderen Baumarten verwechselt haben“. Obwohl das Gewächs sehr widerstandsfähig sei, gehöre es zu den seltensten in Deutschland.
Nun will die Stadt Lichtenau die Auszeichnung zum Baum des Jahres als Anlass nehmen, die Elsbeere wieder ins Rampenlicht zu rücken: Die Pflanzung eines vierjährigen Jungbaumes wurde mit einem kleinen Festakt gefeiert – nachträglich, denn eigentlich steht die junge Elsbeere aufgrund seiner Pflanzperiode schon seit März im Park der Bäume im Ortsteil Holtheim – die Natur hält sich eben nicht an Kalendereinträge.
1989 wurde dieser Titel zum ersten Mal an die Steineiche vergeben. Seitdem werden im Zweijahrestakt Exemplare der Siegerbäume im Park der Bäume gepflanzt. Der Park wird vom Egge-Gebirgsverein (EGV) Holtheim unter anderem für walpädagogischen Unterricht und etwa für Jugendlager genutzt. Zudem ist er für die Baumpflege zuständig. Nun gesellt sich die Elsbeere zu den Bäumen im Park.
„Die Frucht der Elsbeere ist sehr vielseitig“, lobt der Lichtenauer Bürgermeister Dieter Merschjohann. „Aus den Beeren kann man etwa Honig, Marmelade, Schokolade – oder auch einen Beerenbrand machen“. Die Qualitäten des Waldobstbaumes beschränken sich aber nicht nur auf seine Frucht: „Neben der wunderschönen Blüte, ist die Elsbeere wegen ihres edlen Holzes bekannt“, weiß Beumling. Das Holz des Baumes, mit lateinischen Namen Sorbus torminalis, sei ein sehr hartes. „Ein Festmeter verarbeitungsfertiges Elsbeerenholz“, so Beumling, „kostet um die 4 000 Euro“. Allerdings muss sich der Förster noch gedulden, bis er zur Axt greifen kann – der frisch gebackene Baum des Jahres ist erst nach 150 Jahren voll ausgewachsen und bereit für seine Fällung.
Die Forstwirtschaft hat für Lichtenau ein besondere Bedeutung: Nach dem Orkan Kyrill 2007 wurden 200 000 Bäume neu geplanzt. Die Stadt betreibt auf etwa 1000 Hektar gewinnbringend Forstwirtschaft.
Bereits 2010 pflanzte die Stadt in ihren 15 Gemeinden Elsbeeren symbolhaft an zentralen Stellen. Auf dass der fast vergessene Baum in Zukunft nicht mehr so selten sein möge.

2005
Die Alle der Bäume wurde um eine Rosskastanie (Baum des Jahres 2005) und eine Schwarzpappel (Baum des Jahres 2006) erweitert. Auch der waldbaulich unvorbelastete, interessierte Besucher hat nun durch die namentliche Zuordnung der einzelnen Bäume, welche in der Allee der Bäume im Herbst 2002 gepflanzt wurden, die Möglichkeit diese eindeutig zu identifizieren. Den von der „Schutzgemeinschaft Deutscher Wald“ gesponserten Bäumen wurden, zur Bestimmungshilfe und um Verwechslungen auszuschließen, neben ihrem jeweiligen Namen auch die charakteristischen Blattformen und -strukturen zugeordnet. Hierzu erstellten die in Holtheim als „Schnitzergruppe“ bekannten Naturfreunde Holztafeln, in die die genannten, markanten Unterscheidungskriterien eingearbeitet wurden.

2003
„Bäume des Jahres“ durch markante Unterscheidungskriterien für die Allgemeinheit verständlich gekennzeichnet. Auch der waldbaulich unvorbelastete, interessierte Besucher hat nun durch die namentliche Zuordnung der einzelnen Bäume, welche in der Allee der Bäume des Jahres im Herbst 2002 gepflanzt wurden, (siehe Artikel unten) die Möglichkeit diese eindeutig zu identifizieren. Den von der „Schutzgemeinschaft Deutscher Wald“ gesponsorten Bäumen wurden, zur Bestimmungshilfe und um Verwechslungen auszuschließen, neben ihrem jeweiligen Namen auch die charakteristischen Blattformen und -strukturen zugeordnet. Hierzu erstellten die in Holtheim als „Schnitzergruppe“ bekannten Naturfreunde, in den vergangenen Winterwochen Holztafeln, in die die genannten, markanten Unterscheidungskriterien eingearbeitet wurden. Am 02.02.03 wurden diese Tafeln im Nahbereich der Bäume angebracht und runden so das Erscheinungsbild ab.